AlixPartners Disruption Index 2026: Kotierte Unternehmen berichten: Disruption wird zum Dauerzustand für Schweizer Unternehmen
Zürich (11. März 2026) – Das Disruptionsumfeld in der Schweiz bleibt anspruchsvoll, auch wenn der Schweizer Disruption Index 2026 mit 68 Punkten deutlich unter dem Vorjahreswert von 76 liegt. Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein: In den Lageberichten der an der SIX Swiss Exchange kotierten Unternehmen führen die Themen Regulierung, Umwelt und Technologie die Liste zentraler Störfaktoren weiter an – mit spürbaren Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle. Disruption ist somit auch für die grundsätzlich erfolgsverwöhnte Schweizer Wirtschaft keine Ausnahmesituation mehr, sondern der neue Normalzustand. Die von AlixPartners zusätzlich zum Disruption Index durchgeführte Geschäftsberichts- und Performance-Analyse zeigt jedoch: Wer Disruptionsherde frühzeitig erkennt, generiert wichtige Wettbewerbsvorteile.
Für den Disruption Index, der jährlich von der global agierenden Beratung AlixPartners veröffentlicht wird, wurden weltweit 3.200 CEOs und Führungskräfte aus zehn Branchen sowie elf Ländern – darunter auch die Schweiz – zum Ausmass von Disruption in ihren Unternehmen befragt. Mit der Entwicklung hin zu einem niedrigeren Disruptions-Index liegt die Schweiz im europäischen Trend und hat sich wieder mehr an das Niveau der Nachbarländer angenähert: Der europäische Wert hat sich von 72 auf 67 Punkte verringert. Global wird der Disruption Index von den USA (72) und China (77) angeführt.
Externe Schocks erhöhen Druck auf Schweizer Führungskräfte
Ein Aufatmen dürfte der gesunkene Disruption Index dennoch nicht bedeuten. Nach wie vor sehen sich Schweizer Führungskräfte mit grossen Herausforderungen konfrontiert, angeführt von externen Schocks wie geopolitische Verwerfungen (56%) sowie Inflation, Protektionismus und Zölle (jeweils 55%). Beatrix Morath, Leiterin von AlixPartners in der Schweiz, erklärt: «Dass der Disruption Index für die Schweiz gefallen ist, obwohl die Herausforderungen nicht weniger geworden sind, liegt unserer Auffassung nach daran, dass viele Schweizer Unternehmen bereits in den letzten Jahren viel getan haben. Die Auseinandersetzung mit einer neuen disruptiven Normalität hat sich in der Anpassung von Geschäftsmodellen und Investitionen in Technologie niedergeschlagen, was den Firmen jetzt zugutekommt. Nun gilt es, diesen proaktiven Umgang beizubehalten und weiter auszubauen. Die Unternehmen, die die Vielzahl externer Schocks richtig einordnen und ihre Ressourcen konsequent auf strategische Zukunftsthemen ausrichten, werden sich in diesem ökonomischen Klima erfolgreich behaupten.»
Regulatorik, Umwelt und Technologie als dominierende Disruptionsfaktoren
Eine ergänzende, von AlixPartners durchgeführte Analyse der Geschäftsberichte der an der SIX Swiss Exchange kotierten Unternehmen und deren Performance verdeutlicht die besonderen Herausforderungen für den Schweizer Markt. Regulatorik, Umwelt sowie Technologie werden in den Geschäftsberichten der Unternehmen verstärkt als Disruptionskategorien thematisiert:
- Regulatorische Disruption rangiert auf Platz eins der am häufigsten genannten Herausforderungen: 74% der insgesamt 176 untersuchten Unternehmen nennen diese explizit in ihren Lageberichten. Die steigende Komplexität bei Datenschutz, ESG‑Reporting sowie sektoralen Vorgaben zwingt Firmen, den Umgang mit Compliance als strategische Fähigkeit auszubauen.
- Umweltbezogene Disruption wird laut der Analyse von 60% der Unternehmen genannt. Damit entwickelt sich Nachhaltigkeit von einer reinen Reporting-Pflicht zu einem relevanten Wettbewerbsfaktor.
- Technologische Disruption wirkt als Multiplikator: Zwar geben nur 10% der Unternehmen Technologie als die wichtigste Disruptionskategorie an; bei multiplen Risiken wird Technologie jedoch von 56% als zentraler Treiber angeführt. Dies unterstreicht den tiefgreifenden Transformationsdruck in der Schweizer Unternehmenslandschaft.
Lieferketten und Geopolitik werden zur operativen Achillesferse der Schweizer Wirtschaft
Laut der Analyse von AlixPartners heben Schweizer Unternehmen bei der Betrachtung einzelner Disruptionsfaktoren insbesondere externe Einflüsse in ihren Lageberichten hervor:
- Lieferkettenstörungen sind mit 77% der meistgenannte Disruptionsfaktor und besonders kritisch in den Branchen Construction, Engineering, Materials und Manufacturing.
- Geopolitische Spannungen betreffen 61% der Unternehmen; zusätzlich belastet der starke Schweizer Franken vor allem exportorientierte Industrien.
- Veränderungen im Geschäftsmodell, Fachkräftemangel sowie Rezessionssorgen wirken sektorspezifisch, treffen aber insbesondere Finanzdienstleister und Medienunternehmen.
Disruptionsbewusstsein zahlt sich aus
Zusätzlich zeigt die Analyse der Geschäftsberichte sowie der Performance der kotierten Schweizer Unternehmen: Firmen, die disruptive Risiken aktiv benennen und managen, zeigen bessere Resultate als jene, die in ihren Lageberichten ‘keine Indikation’ für Disruption geben (siehe Grafik unten). Dazu zählen robustere EBIT‑Margen und stärker steigende Umsätze. Die Daten deuten klar darauf hin, dass ein Bewusstsein für Disruption (‘Awareness Premium’) zum Ergebnistreiber geworden ist: «Unternehmen, die Disruption gezielt angehen, generieren daraus einen Wettbewerbsvorteil, der zu stärkerem Wachstum und höherer Profitabilität führt», so Dr. Karsten Lafrenz, Partner & Managing Director bei AlixPartners in Zürich und Leiter der durchgeführten Analyse.
Über den AlixPartners Disruption Index 2026
Der AlixPartners Disruption Index 2026 erfasst die Sichtweise von 3.200 Führungskräften weltweit. In der Umfrage wurden CEOs und andere Führungskräfte aus 10 Branchen und 11 Ländern befragt, inwieweit ihr Unternehmen von Disruptionen betroffen ist, welche Kräfte auf sie einwirken, wie schnell die Disruptionen zunehmen und welche Strategien sie anwenden, um ihnen zu begegnen. Ergänzt wurde der Disruption Index um die systematische KI‑gestützte Auswertung der Geschäftsberichte aller SIX‑gelisteten Unternehmen im Jahr 2025 sowie deren Umsatzentwicklung und Profitabilität.
Über AlixPartners
Expertise, Umsetzungsstärke, Verantwortung – AlixPartners steht für messbare Ergebnisse „when it really matters“. Als global agierende Unternehmensberatung helfen wir unseren Klienten dabei, schnell und entschlossen auf ihre wichtigsten Herausforderungen zu reagieren. Unsere erfahrenen BeraterInnen sind spezialisiert darauf, Unternehmenswerte zu schaffen, zu schützen und wiederherzustellen. Seit über 40 Jahren begleiten etwa 3.500 MitarbeiterInnen in 27 Büros weltweit unsere Mandanten dabei, den gezielten Wandel von Gross- und mittelständischen Unternehmen zu unterstützen. Unser Büro in der Schweiz feierte 2024 sein zehnjähriges Jubiläum und hat sich im Markt klar etabliert. Im aktuellen WGMB-Ranking wird AlixPartners als umsetzungsstärkstes Beratungsunternehmen in der Schweiz aufgeführt, auf Platz eins im Bereich Sanierung & Restrukturierung und auf Top Plätzen in vielen weiteren Kategorien.
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