Die Ausgansgssituation
Im März 2014 erließ die Europäische Kommission ihre Entscheidung bzgl eines Kartells in der Automobilzulieferindustrie. Die Kommission befand, daß sechs große Hersteller von Kugellagern von April 2004 bis Juli 2011 ein Kartell formiert hatten, mit der Absicht ihre Produkte an PKW und LKW Produzenten im europäischen Wirschaftsraum zu vertreiben.

Die Kommission belegte das Kartell mit einer Strafe von 953 Millionen Euro. AlixPartners wurde von einem der betroffenen Automobilhersteller als Quantum Experten beauftragt. Während sich Kartellrechtsstreitigkeiten in der Automobilindustrie in der Regel vor der Aufnahme von Gerichtsverfahren beilegen lassen, ging dieser Fall tatsächlich vor Gericht.

Unser Lösungsansatz
Wir halfen unserem Kunden zunächst die relevanten Daten zusammenzutragen, um den Handelswert zu ermitteln, der durch das Kartell beeinträchtigt worden sein könnte.  Auf Grundlage dieser Daten haben wir die Auswirkungen des Kartells auf die Kugellagerpreise geschätzt, um den Schaden zu kalkulieren, der unserem Kunden durch den Kauf von kartellisierten Produkten entstanden ist.

Eine besondere Diskussion entstand um die Frage, ob Schäden lediglich durch den Kauf von Produkten während der Kartellperiode entstehen, oder ob diese auch danach fortbestehen, weil eine Preisinflation nach deren Beendigung nicht wieder rückgängig gemacht wurde.Unsere Analysen und Erkenntnisse flossen in drei Gutachten ein, von denen zwei dem Gericht vorgelegt wurden. Unser Team nutzte dabei die Kompetenzen aus den Bereichen  Wirtschaftswissenschaft, forensischer Buchhaltung, Datenanalyse und Beschaffungsexpertise aus unserem Geschäftsbereich Automotive.

Ergebnisse
Vor deutschen Gerichten dient die erste Anhörung dazu zu entscheiden, ob Schäden entstaden sind und die zweite, um das Ausmaß des Schadens festzulegen. Während der der ersten Anhörung beschied das Gericht, daß gemäß unserer Analyse unserem Kunden mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Schaden entstanden sei, und hielt es insbesondere für "sehr plausibel", dass der Schaden durch Preisänderungen erst lange nach dem Ende des Kartells entstanden sein könnte. Der Fall wurde nach der ersten Anhörung beigelegt.

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